Startschuss beim Löwenlauf mit Jan Kaschura (Mitte). Foto: rw

Derental. Die Skepsis ist im Vorfeld nach zwei Jahren Pause groß gewesen, doch am Ende strahlt der Veranstalter über einen bemerkenswerten 16. Derentaler Löwendorf. Neue Rekorde, zufriedene 297 Teilnehmer und eine familiäre Atmosphäre machen dieses Event im Süden des Kreises Holzminden zu einer besonderen Veranstaltung. „Das war einfach unglaublich. Wir haben uns hier wieder etwas richtig Großes aufgebaut. Es wäre schade, wenn das keine Fortsetzung findet“, sagte Organisator Dirk Schumann vom MTV Derental. Ein Blick auf die Teilnehmerliste zeigt, wie beliebt dieser Lauf ist. Bekannte Athleten aus der heimischen Laufszene wie beispielsweise Jan Kaschura (RunArtist Holzminden), Feuerwehr-Sportler Mathias Schmidt (Firefighters OWL) oder auch die talentierte Madeline Meder (HLC Höxter) gingen an den Start.

Den Anfang machte aber der Nachwuchs mit der kleinen Runde über 300 Meter. Die Kinder erhielten für die tollen Leistungen glänzende Pokale, funkelnde Medaillen und mehrere Geschenke. „Das habt ihr alle super gemacht“, lobte Schumann. Perfekt lief auch im Anschluss im Schülerlauf (2 und 2,5 Kilometer), Jedermannlauf (2,5 Kilometer), Löwenlauf (5 Kilometer) sowie die 5-Kilometer-Distanz für die Walker/Nordic Walker. Und das alles unter der Aufsicht von den Streckenposten-Legenden Reinhold Schumann (88 Jahre) und Werner Heubaum (80 Jahre).

Gleich ganz nach vorne stellte sich am Start Jan Kaschura. Und er hatte es richtig eilig – aus zwei verschiedenen Punkten: Ein neuer Streckenrekord sollte her, im Anschluss ging es für den Koch direkt wieder zurück zur Arbeit. „Daher konnte ich auch nicht die zehn Kilometer laufen“, erklärte der Spitzenathlet. Kaschura machte trotz Regenerationsphase richtig Dampf und packte den neuen Rekord in 16:49 Minuten. „Die Zeit war echt super, es war eine schöne Veranstaltung“, meinte Kaschura. Fast dreieinhalb Minuten nach ihm kamen Pascal Kircheis (Run_TD Dransfeld, 20:16 Minuten) und im Anschluss Lars Koch (WSV Beverungen, 20:30 Minuten) im Ziel an.

Bei den Frauen legte über fünf Kilometer Gabi Menke (WSV Beverungen) den stärksten Auftritt hin. Die deutsche Meisterin im Quadrathlon (Vierkampf aus Schwimmen, Radfahren, Kanufahren und Laufen) schaffte die Distanz in nur 24:33 Minuten. „Es hat richtig Spaß gemacht. Die Strecke ist super und die Umgebung wunderschön“, sagte Menke, die zusammen mit Lars Koch mit dem Fahrrad aus Beverungen anreiste. Stella Kaschura (RunArtist Holzminden) musste sich mit nur acht Sekunden Unterschied knapp gegen Menke geschlagen geben. Platz drei holte sich Frauke Molthan vom Gastgeber MTV Derental (25:23 Minuten).

Bei den jüngsten Teilnehmern durften sich am Ende vier Kinder über Platz eins freuen. Alica Stratmann (MTSV Eschershauen) und Jonathan Pius Menke (MTV Derental) schafften über zwei Kilometer den Sprung nach ganz oben. Über 2500 Meter rannten Maja Stäpeler (Avengers Fürstenberg) und Lennox Gawelek (ohne Verein) an die Spitze.

Und dann war es soweit: Der König und die Königin der Löwen wurden gesucht. Die Strecke über zehn Kilometer gingen bei den Frauen und Männern jeweils zwei Teilnehmer fast im gleichen Tempo an. Bei den Männern kam es dann aber zu einem Vorfall nach etwas mehr als der Hälfte des Rennens – der führende Patrick Beer verletzte sich an der Achillessehne und musste aufgeben. „Das ist beim Spurwechsel passiert. Ich bin umgeknickt und konnte nicht weitermachen“, erklärte der gebürtige Beverunger.

Der Weg für Jens Schröder (Team Laufjungs/Harms) zum Titel war frei. Und er packte es souverän in 38:46 Minuten. Der 48-Jährige aus der Nähe von Göttingen war mit dieser Zeit sehr zufrieden: „Das passt! Es war eine schöne Veranstaltung, das Wetter hat mitgespielt. Leider ging das Duell mit Patrick nicht bis zum Ende.“ Verfolger Jörg Meder (Krukenburg Runners) holte in 41:04 Minuten Platz zwei. Knapp dahinter reihte sich Max Griewel (RunArtis Holzminden, 41:45 Minuten) ein. Eine starke Vorstellung zeigte auch Stefan Stratmann (MTSV Eschershausen), den man sonst als Fußballer des Bezirksliga-Absteigers TSV Lenne kennt. Sein Ziel vor dem Rennen war eine Zeit unter 45 Minuten. „Leider hat es nicht ganz geklappt, es war nicht mehr drin“, kommentierte Stratmann die 46:34 Minuten – quasi eine Halbzeit im Fußball. Aber zehn Kilometer läuft er dort nicht in dieser Zeit.

Bei den Frauen sah alles nach einem spannenden Zweikampf zwischen Madeline Meder (HLC Höxter) und Larissa Scheidemann (RunArtist Holzminden) aus. Doch das war alles nur die Taktik, wie die spätere Siegerin (45:15 Minuten) verriet: „Ich wollte so lange bei Larissa bleiben, bis sie das Tempo anzieht und mich versucht anzugreifen. Als das passiert ist, habe ich richtig Gas gegeben.“ Die gesundheitlich angeschlagene Scheidemann ließ den Kontakt am Ende abreißen. „Ich wollte nicht Vollgas laufen. Mit der Zeit bin ich aufgrund einer Erkältung zufrieden“, so die 37-Jährige nach 45:46 Minuten. (rw)